Ihre Handelsblatt-Redakteure

Substanz entscheidet.

Hier stellen wir Ihnen eine Reihe von Buchveröffentlichungen der Journalistinnen und Journalisten des Handelsblatts vor. Die 200-köpfige Redaktion bietet Ihnen Orientierung in der Informationsflut der heutigen Zeit. Korrespondenten, Experten und Autoren versorgen Sie mit Informationen und Einschätzungen aus erster Hand.

Aktuelle Buchrezensionen der Redaktion finden Sie immer hier.


Erscheinungen im Überblick

Jan Keuchel | „Tatort Polizei“ (September 2021)

Felix Holtermann | „Geniale Betrüger: Wie Wirecard Politik und Finanzsystem bloßstellt“ (April 2021)

Stephan Scheuer | „Der Masterplan“ (März 2021)

Norbert Häring | „Schönes neues Geld“ (August 2018)

Yasmin Osman | „Basiswissen Bankenaufsicht“ (März 2018)

Thomas Sigmund | „Allein unter Feinden?“ (März 2017)

Hans-Jürgen Jakobs | „Wem gehört die Welt?“ (November 2016)


 

 

 

 

Jan Keuchel
Redakteur Politik bei Handelsblatt

„Tatort Polizei“

Gewalt, Rassismus und mangelnde Kontrolle

Die Polizei, dein Freund und Helfer – dieses Bild hat längst Risse bekommen. Immer häufiger werden gewalttätige Übergriffe durch Beamte öffentlich, und die Republik wird durch rassistische und rechtsradikale Chatgruppen im Polizeiumfeld erschüttert. Doch die Verantwortlichen in Sicherheitsbehörden und Politik reden das Problem noch immer klein – und ignorieren, dass hinter diesen Auswüchsen ein Systemversagen steckt. Was läuft schief bei der deutschen Polizei? Und was ist nötig, um die Fehler zu beheben?

Wer bei der deutschen Polizei intern aufbegehrt oder gar Kolleg:innen anzeigt, büßt oft mit Schikane und Mobbing. Die Opfer von Polizeigewalt bleiben derweil auf sich allein gestellt, es fehlt an unabhängigen Ermittlungseinheiten zur Aufklärung solcher Taten. Und kaum ein Innenminister ist bereit, das marode System gegen den Willen der Polizei zu reformieren. Jan Keuchel und Christina Zühlke zeigen anhand zahlreicher Fälle und auf der Grundlage investigativer Recherchen, wie gewalttätige Übergriffe und rassistische Ausfälle durch Polizist:innen aussehen, wie sie vertuscht werden – und warum Betroffene kaum Chancen haben, solche Fälle unabhängig aufklären zu lassen. Sie belegen, wie dürftig die Bundesländer mit unabhängigen Kontrollinstanzen ausgestattet sind, und werfen auch einen Blick ins Ausland, wo es unabhängige Ermittlungseinheiten für Polizeivergehen teilweise schon länger gibt – mit wichtigen Ergebnissen. Ihr Buch ist ein Plädoyer für eine Systemreform in Deutschland, um die vielen guten Polizist:innen vor jenen Kolleg:innen zu schützen, die den Ruf einer der wichtigsten Institutionen unseres Staates schleichend zerstören.


Zur Person
| Studium der Rechtswissenschaften in Marburg und Köln, seit vielen Jahren als Rechtsanwalt zugelassen. Beim Handelsblatt seit Oktober 1999, zunächst als Politikredakteur, dann von 2006 bis 2010 Reporter mit Schwerpunkt Gerichtsreportage. Ab 2010 Japan- und Korea-Korrespondent für das Handelsblatt mit Sitz in Tokio. Seit Anfang 2021 als Redakteur im Politikressort. Gewinner des renommierten „Wächterpreis“ in den Jahren 2015 und 2019.

 

 

Felix Holtermann
Redakteur 

Geniale Betrüger: Wie Wirecard Politik und Finanzsystem bloßstellt

Die Top-Manager Markus Braun und Jan Marsalek wandern in Haft oder tauchen unter und der Wirtschaftsstandort Deutschland steht maximal beschädigt da. Felix Holtermann zeigt: Über Jahre hinweg trommelten Analysten für die Aktie, Prüfer hielten die Hand auf, Aufseher schauten weg und Politiker gaben Schützenhilfe.

 

 

Zur Person | Geboren in Stuttgart. Absolvent der Kölner Journalistenschule. VWL- und Politik-Studium in Köln und Auckland, Neuseeland. Diplom-Volkswirt, forschte zur ökonomischen Wachstumstheorie und ihren Kritikern. Sammelte journalistische Erfahrung im Print (u.a. Südwest Presse, Süddeutsche Zeitung, F.A.Z.). Volontariat beim WDR, dort Wirtschaftsredakteur und Referent der Hörfunkdirektorin. Seit 2017 beim Handelsblatt. Seit 2019 Korrespondent in Frankfurt für die Digitalisierung der Finanzbranche, Auslandsbanken und Investmentbanking. Mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Journalistenpreis, Private-Medienpreis für Qualitätsjournalismus, State Street Institutional Press Award und Georg-von-Holtzbrinck-Preis für Wirtschaftspublizistik.


 

Stephan Scheuer
Redakteur Unternehmen & Märkte

„Der Masterplan – Chinas Weg zur Hightech-Weltherrschaft“

Chinas Digitalkonzerne drängen nach Europa. Der Netzausrüster Huawei ist Patentkönig in der EU und stellt die Technik für den Echtzeitmobilfunk 5G in Deutschland. Die Smartphone-Marke Xiaomi baut in Düsseldorf ihre Europazentrale und ist Marktführer in Staaten wie Spanien, Polen oder Kroatien. Der Videokurzdienst Tiktok ist die beliebteste Plattform unter Jugendlichen in Europa.

Eine fundamentale Verschiebung des globalen Kräfteverhältnisses ist im Gange. China steigt zum internationalen Innovationstreiber auf. Die Hightech-Hersteller in Fernost blieben lange namenlos. Sie waren die billigen Auftragsfertiger. Heute beanspruchen sie selbst wichtige Märkte für sich – auch in Europa. Chinesische Automarken wie Byton, Nio oder BYD fordern deutsche Traditionsfirmen wie Volkswagen, Daimler und BMW heraus. Die Corona-Pandemie verstärkt den Trend. Während Europa von dem Virus gelähmt wurde, tüftelten Chinas Konzerne an den Zukunftstechnologien, die unsere Welt bestimmen werden.

 

Deutschland ist auf diese Herausforderung nicht vorbereitet. In der Bundesrepublik fehlt es an Verständnis dafür, wer hinter den aufstrebenden Konzernen aus China steckt. Die erweiterte und aktualisierte Taschenbuchausgabe von „Der Masterplan“ soll diese Lücke schließen. Autor Stephan Scheuer zeigt auf, welche Gründer hinter den chinesischen Tech-Firmen stehen und wie sie groß werden konnten. Dabei zeigt er, wie Peking gezielt internationale Wettbewerber ausgesperrt hat und wie der Staat die Firmen heute für seine Ziele einbindet.

 

Zur Person | Stephan Scheuer leitet das Technologieteam der Wirtschafts- und Finanzzeitung Handelsblatt und schreibt unter anderem über chinesische Tech-Firmen in Europa. Er war fünf Jahre lang China-Korrespondent.Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Wirtschaftsfilmpreis des Bundeswirtschaftsministeriums und dem Heinrich-Heine Journalismuspreis. Stephan Scheuer hat Internationale Beziehungen und Sinologie in Peking, Berlin, London und Marburg studiert.


 

Norbert Häring
Ökonomie-Korrespondent

„Schönes neues Geld“
PayPal, WeChat, Amazon Go – Uns droht eine totalitäre Weltwährung.

In unserer Bezahlwelt tobt ein Krieg gegen das Bargeld. Es geht um kommerzielle Interessen und um die technologie-getriebenen Geschäftsmodelle von Mastercard, Microsoft, Apple und Co. Und es geht um die Freiheit des Individuums. Der Wirtschaftsexperte Norbert Häring belegt, wie eine Allianz aus großen Technologie- und Finanzkonzernen, reichen Stiftungen, Regierungen und Organisationen an einem umfassenden System der digitalen finanziellen Überwachung und Kontrolle baut: Wir sind auf dem Weg in ein (vertragsungebundenes) Pay-as-you-go-System, das mittels Gesichtserkennung und Fingerabdrücken aktives Bezahlen überflüssig macht und einer globalen Weltwährung den Weg bahnt. Wer das Buch von Häring liest, weiß, warum das keine Verheißung ist. Das Buch ist ab dem 16. August im Handel erhältlich.

 

Zur Person | Berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften, unter anderem auf der montäglichen Ökonomieseite. Er bloggt über „Geld und mehr“ und ist Autor populärer Wirtschaftsbücher, darunter des preisgekrönten „Ökonomie 2.0“ und von „Markt und Macht“. Er ist Vorsitzender des von ihm 2002 ins Leben gerufenen EZB-Schattenrats und Ko-Direktor der World Economics Association. Bevor er 2002 zum Handelsblatt kam, arbeitete der promovierte Volkswirt als Journalist für die Financial Times Deutschland und die Börsen-Zeitung und zuvor als Analyst beziehungsweise Redenschreiber für die Commerzbank.


 

Yasmin Osman
Redakteurin im Bankenteam

„Basiswissen Bankenaufsicht“
Wer Banken kontrolliert und wie es funktioniert – eine Einführung

In Yasmin Osmans Buch „Basiswissen Bankenaufsicht“ geben Experten des Fachgebiets ausführliche Antworten auf aktuelle Fragen, für Finanzakteure, die Wege in die Zukunft gestalten müssen. 

Warum werden Banken kontrolliert?
Warum werden Banken staatlich überwacht?
Welche Institutionen spielen eine Rolle?
Wer denkt sich die Vorschriften eigentlich aus?
Und wie beeinflusst Regulierung die Geschäftsmodelle von Banken? 

Das Buch beschreibt in verständlicher Sprache, wie die Bankenaufsicht in Deutschland und Europa funktioniert. Es gibt einen Überblick über das Zusammenwirken der wichtigsten Akteure und erläutert die wichtigsten Grundlagen und Instrumente der Bankenüberwachung. Ein abschließendes Kapitel beleuchtet die jüngeren Tendenzen und Entwicklungen der Bankenaufsicht.

 

Zur Person | Yasmin Osman ist 1972 in Rottweil geboren. Im Studium verschlägt es die Schwäbin von 1993 bis 1999 nach Passau (Diplom der Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien). Nach dem Volontariat an der Georg-von-Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten in Düsseldorf und einem Jahr in der Frankfurter Finanzredaktion des Handelsblatts, war sie von 2001 bis 2008 Wirtschaftsredakteurin der Deutschen Presse-Agentur (dpa), Finanzredakteurin der Börsen-Zeitung und ab 2005 bei der Financial Times Deutschland. Seit November 2008 ist sie wieder im Frankfurter Bankenteam des Handelsblatts.


 

Thomas Sigmund
Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros

„Allein unter Feinden? Was der Staat für unsere Sicherheit tut – und was nicht“

Die Welt wird immer unsicherer. Nicht nur in Afrika, Syrien oder der Türkei, sondern mehr denn je bei uns – direkt vor unserer Haustür. Direkt in unserem Leben, in Berlin, München oder Chemnitz, in Wien oder Zürich. Immer mehr Einbrüche, verübt durch aggressive Banden; immer mehr gewaltsame Übergriffe wie in Köln und andernorts; wachsende Terrorgefahren; steigende Zahlen bei der Internetkriminalität; eine Sprachverrohung in Netz und Öffentlichkeit: Nicht zu Unrecht fühlen wir uns zunehmend „Allein unter Feinden“ und vom Staat verlassen.

Thomas Sigmund, Jurist und Journalist, geht den Ursachen dieser besorgniserregenden Entwicklung auf den Grund. Er schaut auf eine überlastete und unzureichend ausgestattete Polizei, auf eine überforderte Justiz und Verwaltung, auf Bürgerwehren, die das Gesetz des Handelns in die eigenen Hände nehmen, auf den maroden Zustand der Militärs, das eigentlich auch Sicherheitsaufgaben im Innern hat, auf unkoordiniert arbeitende Geheimnetze.

Sein Fazit: Der Rechtsstaat lässt uns immer öfter im Stich. Mehr denn je leben wir in einem unsicheren Gemeinwesen. Sigmund macht auch umfassende Vorschläge, wie der Staat wieder wehrhaft wird und unsere Sicherheit im Innern endlich wieder vollumfänglich gewährleistet.

 

Zur Person | Thomas Sigmund, geboren 1966 im Amberg, arbeitet seit über 20 Jahren als politischer Korrespondent. Er ist Volljurist und Politologe und schrieb für mehrere Tageszeitungen und Magazine. Seit 2013 ist er Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros des Handels-blatts. Sigmund hat in den vergangenen 15 Jahren Interviews mit Bundesjustizministern und Bundesinnen-ministern zu sicherheits- und innenpolitischen Themen interviewen.


 

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor

„Wem gehört die Welt?“
Die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus

Sie heißen Larry Fink, Stephen Schwarzman oder Abdullah bin Mohammed bin Saud Al-Thani. Mit ihren Billionen schweren Fonds legen Blackrock, Blackstone oder Qatar Investment mehr Geld an als Deutschland erwirtschaftet. Sie dominieren längst die zentralen Felder der Weltwirtschaft und konzentrieren Geld und Einfluss wie nie zuvor. Doch wer sie wirklich sind und welche Ziele sie verfolgen, wusste bisher niemand. Das jüngste Buch von Hans-Jürgen Jakobs stellt einen ersten umfassenden Report über die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus dar.

Die 200 mächtigsten Akteure des Weltfinanzwesens, die hier im Porträt vorgestellt werden, versammeln zusammen mehr als 40 Billionen US-Dollar – das sind 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Welt oder fast das Dreifache der Wirtschaftsleistung der EU. Das Gesamtbild dieses neuen Kapitalismus ist bedrohlich: Denn die nächste große Krise wird vom „grauen“ Kapitalmarkt und den „Schattenbanken“ ausgehen, die in der Gier nach Renditen ungeregelt und ungezügelt wachsen.


Zur Person
| Der Diplom-Volkswirt volontierte 1985 bei der „Mainzer Allgemeine Zeitung / Wiesbadener Tagblatt“.
Von 1990 bis 1993 leitete er das Wirtschaftsressort der „Münchner Abendzeitung“, wechselte danach als Redakteur zum „Spiegel“ (1993-2001).
2001 wechselte Hans-Jürgen Jakobs zur „Süddeutschen Zeitung“, zuletzt war er dort Ressortleiter Wirtschaft.
Von Februar 2013 bis Ende 2015 war Jakobs Chefredakteur des Handelsblatts.
Seit 2016 ist er Senior Editor.